Wo (k)ein Wille ist....

EDEKAs Doppelzüngigkeit in Sachen Grimmann in Wolfsburg

Der Konflikt um sichere, gesunde und tariflich entlohnte Arbeitsbedingungen bei EDEKA Grimmann in Wolfsburg spitzt sich zu. Nach der von 300 Menschen besuchten Kundgebung in Detmerode am 12. Januar wählten die ver.di Mitglieder am Tag darauf 4 Delegierte aus allen vier Wolfsburger Märkten.

Diese forderten die EDEKA Minden- Hannover im Namen ihrer ver.di Kolleg/innen zu Verhandlungen auf. In einem Schreiben vom 18. Januar verweigert sich die EDEKA Zentrale Hannover-Minden jedem Dialog und weist ihre Zuständigkeit an den „selbständigen“ Einzelhändler zurück. Die Verantwortung für die Ausgestaltung der Arbeitsbeziehungen läge beim „selbständigen „Einzelhändler. Die Forderung der Gewerkschaft ver.di nach verbindlichen Zusagen zu Investitionen sowie Verhandlungen zum Gesundheitsschutz und Tarifsicherheit werden in dem Schreiben ignoriert.

Jenseits einer Absichtserklärung vermied es die Edeka Zentrale in sogenannten Mitarbeiterversammlungen in Wolfsburg verbindliche Zusagen zur Zukunft der vier Märkte zu machen und verweisen auf den Betreiber Hr. Grimmann. Da der Abriss der Filiale Allerstraße konkret bevorsteht, sorgen sich Kolleg/innen dort besonders.

Die ver.di Aktiven sind überrascht und wütend: „Wir hatten den Eindruck, dass die EDEKA Zentrale den Ernst der Lage erkannt hat. So führt sie seit der ver.di Petition kommissarisch die Geschäfte vor Ort. Der Betreiber Hr. Grimmann befindet sich auf unbestimmte Zeit im Urlaub. Unsere Enttäuschung, als Gewerkschaft jetzt nicht ernst genommen zu werden ist daher groß.“ so eine Sprecherin der ver.di Delegierten.

„Hier zeigt sich die Doppelzüngigkeit des EDEKA- Prinzips“ so Katharina Wesenick, ver.di Gewerkschaftssekretärin. Die Abhängigkeit der „selbständigen“ Einzelhändler von der EDEKA Zentrale sei enorm. Im Rahmen der so genannten „Konzeptvereinbarung“ zwischen Ersteren und der Zentrale werden z.B. Kernöffnungszeiten, Lieferbedingungen etc. vorgeschrieben.

„Aus sicherer Quelle wissen wir zudem, dass die EDEKA Zentrale in Hannover Minden ihren 'Selbständigen' davon abrät, in Tarifbindung zu gehen.“ Folgerichtig verweigert Betreiber Hr. Grimmann ebenfalls den Dialog mit ver.di. Über den Einzelhandelsverband Harz- Heide e.V. lässt er am 21. Januar mitteilen , dass es seiner freien Entscheidung obliege, „ob ein Vergütungssystem qua Tarifvertrag in seinem Unternehmen implementiert werden soll oder nicht“.

Allerdings hat die EDEKA in früherer Zeit in allen vier Grimmann Märkten in Wolfsburg einen hohen Personalkostenzuschuss gewährt. Deswegen kommt Wesenick zu dem Schluss: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Es liege daher in Hand der EDEKA Zentrale, ob sich Kund/innen in Zukunft sicher sein könnten, dass da, „wo EDEKA drauf steht auch EDEKA drin ist und sichere, gesunde und tariflich abgesicherte Arbeitsbedingungen in allen Märkten herrschen“.

Um die EDEKA an den Verhandlungstisch zu bringen, behalten es sich die ver.di Aktiven daher vor, mit weiteren Aktionen die Öffentlichkeit über das Modell EDEKA zu informieren.

Für Rückfragen Katharina Wesenick: 0175-2605701


Antwortschreiben der EDEKA

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(C) 2013 Ver.di Niedersachsen/Bremen - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 19.01.2019